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:: Sa., 28. Jänner 2012 - Wo lernen Deitsch?

Mal wieder was aus der Serie "Wo lernen Deitsch?"

Die Polizei stand den Demonstranten mit einem Großaufgebot entgegen


Und gleich eine zweite Stilblüte, die sich lustigerweise selbst über Stilblüten mokiert und die Leser damit entschädigt ...


Nur hier wirkt der Roman heute manchmal etwas holprig,
was jedoch durch Stilblüten wie
»Auf einer angeknabberten Gummimatte stand ein fleckiger, gern verfehlter Spucknapf«
immer wieder entschädigt wird.





:: Fr., 27. Jänner 2012 -Revolution? In Wien?

Gestern habe ich beim "Erlkönig" aus der  » "Spionin von Wien" gelesen. Dabei kam auch die Frage nach den Orten der 1848er-Revolution auf. Hier ein paar Bilder, Fundstücke meiner Recherche für den Roman.

Anlassbezogen aufgrund des heutigen Abends (WKR-Ball) noch eine Ergänzung: Ein Lied über Burschenschafter ... die auch 1848 mitspielten. » Christoph & Lolo (Youtube)

Man hört gern, in Österreich habe es nie Revolution gegeben. Falsch! 1848 war die Stadt Wien ein halbes Jahr lang in den Händen ihrer Bürgerinnen und Bürger. Was hätte geschehen können, wäre dieser erste Demokratie-Versuch nicht zunichte gemacht worden ...




Gedenktafel bei der Hofburg.
Im März nahm die Wiener Revolution 1848 ihren Ausgang
(Märzrevolution).



Barrikade am Michaelerplatz
(Titel-Abbildung meines Buches)



Barrikade Postgasse



Barrikade in der Naglergasse.
Hier schön zu sehen, wie auch Frauen daran mitarbeiteten.


Praterschlacht (August 1848)



Frauen in der Praterschlacht: Der Kampf hatte seinen Ausgang von
einer Demonstration von Erdarbeiterinnen genommen.




Oktoberrevolution - die letzten Kämpfe fanden in der Jägerzeile statt.




Die letzten Kämpfe in der Jägerzeile (heutige Praterstraße).
Die Rotenstern-Barrikade fiel als eine der letzten im Kampf
gegen die Truppen der Konterrevolution unter Windischgrätz.







:: Mo., 23. Jänner 2012 - Ordnung im Chaos ...

... oder wie der Autor den Überblick bewahrt. Neuautoren haben, das bemerke ich in meinen Schreibkursen, die Tendenz, tausenderlei Ideen zu verfolgen. Viele Ideen sind ja per se nichts Schlechtes, werden meine werten LeserInnen jetzt einwerfen. Viel besser sogar als bar jeder Idee vor dem weißen Blatt Papier zu hocken und einen mittleren Schreikrampf zu bekommen.

Stimmt - bedingt.

Denn wenn es zu viele Ideen werden, haben diese die Tendenz, durcheinander zu geraten. Man verzettelt sich, stellt nichts davon wirklich fertig, weil man immer ein paar Seiten hier, ein paar Szenen da verfasst.
Gerade am Anfang einer Schreib-Karriere schnappt man gern überall was auf. Autor X hat so toll über Social Media geschrieben - sollte ich das nicht auch machen? Aber wie bekomme ich Social Media mit Hexen zusammen?

Und schon ist das schönste Kunterbunt beisammen, das nie und nimmer zusammengehen wird. Einziges Ergebnis: Bunte Fülle im Kopf - und vor dem Blatt Papier sitzt man immer noch.

Die Lösung meiner Erfahrung nach: Sortieren. Ordnung halten im kreativen Chaos.
Dabei gibt es zwar für jeden eine andere Methode, Fakt ist aber: Ein Projekt ist ein Projekt, und nicht ein Sammelsurium!

Meine Methode in Kurzform: alle laufenden Ideen-Blitze kommen ins Notizbuch. Ich merke mir immer, wann in etwa ich eine Idee hatte + kann so jederzeit nachblättern und das Gesuchte wieder finden. Sobald es Konzepte, Szenenpläne, Recherche-Ergebnisse und erste Texte gibt, kommt all dies in eine Flügelmappe. (Eine Mappe ohne Ringe, lässt sich leichter zusammenpacken und im Regal übersichtlich stapeln. Später kann man immer noch alles in größere Ordner stecken.) Dasselbe gilt für die Dateien im PC: Ein Ordner pro Buchprojekt, der dessen Namen trägt. Darin alles Wesentliche. Auch die Dateien nach Projektnamen benannt. Nix Schlimmeres als 251 Dateien mit dem Namen "Roman-Neufassung" zu finden!

Und beim Schreiben selbst gilt: Ich arbeite immer nur an einem Projekt zugleich. 

Mehr Handwerkszeug und praktische Tipps rund ums Schreiben in meinen  » Kursen.

Und wie machen Sie das?



:: So., 22. Jänner 2012 - Wo lernen Deitsch?

Kollegin » Petra Hartmann  verweist auf eine Formulierung mit Sprengkraft:


Auto von kritischem Journalisten in die Luft gesprengt." (newsroom.de)



:: Sa., 21. Jänner 2012 - Aus einer Idee wird Mord


Neulich wurde ich wieder gefragt: "Wie kommen Sie eigentlich auf Ihre Krimi-Ideen?"

Im Fall von » Schwarztee, meinem 1. Teekrimi, ist das leicht zu beantworten:

Es war in einem dieser (halb oder ganz) verregneten Salzkammergut-Sommer, in dem ich im Ausseerland Seen und Berge im Nebel verschwinden sah und mir dachte: In diese Stimmung passt ein Krimi her. Es ist genauso grau, kalt und düster wie in den skandinavischen, irischen oder schottischen Mordsgeschichten, es fühlt sich genauso von allem verlassen an hier.  

Der Nebel, die Bergspitzen, die sich tage- und nächtelang hinter Wolken verbergen, als gäbe es sie nicht. Der dunkle See, von dem man nur wenig sieht. Grau in Grau. Keine Menschen, und wenn mal einer vorbei hastet, trägt er graues Loden von oben bis unten, weil das vor Nässe und Kälte schützt. Die Gradieranlage mit ihrem Tannenduft als einer der wenigen halbwegs trockenen Orte. Genau dort sitzt dann eine Leiche in "Schwarztee" ...

Zu dem Zeitpunkt gab es noch gar keinen Kriminalroman, der in Altaussee oder Bad Aussee spielte. (Komareks Romane sind ja keine Krimis.)

Im 2. Krimi  » Ausgetanzt wird eine Leiche in Hallstatt gefunden, die düsteren Wälder des Salzbergs und das damit kontrastierende, helle Hochtal, das schon von KeltInnen besiedelt war, inspirierten mich dazu, eine Mordgeschichte dort anzusiedeln. Die Ermittlungen führen vom Salzkammergut über Wien bis nach Bulgarien.

Der 3. Band der Serie heißt "Narrentanz", er spielt im winterlichen Salzkammergut mit Faschingstreiben.
Das Buch erscheint am 13. Februar 2012. Vorbestellen können Sie ihn bereits, in jeder Buchhandlung oder zB. hier:  » Narrentanz bei Amazon




:: Fr., 20. Jänner 2012 - Wo lernen Deitsch?

"Deitsches Sproch, Schweres Sproch", blödelte man früher. Heute gilt das ganz real für Medien.  Ist schon klar, die Aufregung, die Nachrichten überschlagen sich ... aber so sehr?


"Heftig wird weiterhin spekuliert,
dass
Niko Pelinka nicht Büroleiter von Alexander Wrabetz wird."



» Kurier)

Ob hier vielleicht statt dass besser ein ob angebracht wäre, darüber ließe sich auch noch spekulieren.



***
"Rache für Megaupload":


Dieses Wortungetüm wird sich für die  » Presse auch noch bitter rächen.



:: Mi., 18. Jänner 2012 - Crime Faction

Aus der Serie "die Realität übertrifft erfundene Kriminalfälle": Ein Frühpensionist wurde von seiner Frau – die er angeblich um 3.000 Euro gekauft hat – getötet.:  » Österreich


:: Fr., 13. Jänner 2012 - Freitag der 13.?   

Freitag der 13.? Was gibts da zu fürchten?

Der Freitag ist nach der germanischen Göttin Freya benannt.

Ihre nahe spirituelle Verwandtschaft zur römischen Göttin Venus ist daran ersichtlich, dass dieser Wochentag französisch „vendredi“ und italiensch „venerdì“ – also „Venustag“ heißt.

Ein Tag der
Liebesgöttinnen also, die immer die auch die Schutzgöttinnen der „freien Frauen“ waren. Jener Frauen, die sich ausgesucht haben, … wen sie auf welche Art und Weise lieben wollen.

  » Artedea.Blog

:: Mi., 11. Jänner 2012 - Crime Faction

Aus der Serie "die Realität übertrifft erfundene Kriminalfälle": Eine Siebzehnjährige in den USA wollte wissen, wie es sich anfühlt zu töten:  » Welt

:: Di., 10. Jänner 2012  - Literarische Leopoldstadt


Jetzt machen alle literarische Bezirksblogs - wie Emily Walton mit dem Alsergrund. Na dann mische ich mich mit der literarischen Leopoldstadt dazu.

Los gehts heute beim Augarten, Eingang Klanggasse/Castellezgasse.




Dieser Platz wurde bei seiner Neugestaltung vor ein paar Jahren nach Lili Grün benannt. Bei der Aufstellung der Tafel gab es zunächst Zoff, weil ausschließlich "NS-Opfer" als Erklärung darauf geschrieben stand. Schließlich wurde auf Intervention die heutige Tafel montiert.



Lili Grün
(Foto: Aviva Verlag) war Jüdin und Schriftstellerin und wurde, wie so viele österreichische jüdische Menschen im weißrussischen Maly Trostinec ermordet. Der Ort wurde ebenso vergessen bzw. aus dem Gedächtnis verbannt wie die begnadete Autorin.

 » DieStandard  hat Lili Grün portraitiert.

Ihr Roman  » Zum Theater! macht auf eine sehr poetische und gleichzeitig sehr alltäglich miterlebbare Weise bekannt mit den Sehnsüchten einer jungen Frau, zum Theater zu gehen. Und als sie dann tatsächlich erstmals "ins Engagement fährt", ist die Aufregung groß - zumal die Truppe in der mährischen Kleinstadt ihre Eigenheiten hat, Liebschaften eine Rolle spielen, dazwischen weiterhin die Sehnsüchte, aber auch die Realität, die Armut und immer noch die Aufregung, die Begeisterung für das Spielen ...

Ein zauberhaftes Buch, es erinnert an Irmgard Keuns » Kunstseidenes Mädchen, gilt es wieder zu entdecken! » Zum Theater!


Was Lili Grün wohl zur sich in den letzten Jahren so sehr verändernden Leopoldstadt sagen würde mit all ihren Bobos samt den coolen Lokalen? Wahrscheinlich einen supercoolen Roman darüber schreiben ...?


***


Im 2. Bezirk wuchs Schnitzler auf, Jura Soyfer lebte hier, ebenso Christian Loidl. Am einstigen Carl Theater in der  Jägerzeile (Praterstraße) wurden Nestroys Stücke (meist ur-)aufgeführt, der Dramatiker war auch selbst Schauspieler + Theaterdirektor.

An Orten der literarischen Bewegtheit gibt es noch das Literaturbuffet, wo ich schon häufig aus meinen Büchern gelesen habe,  und die - bis dato leider etwas ärmliche - Buchmesse in der neuen Messe Wien, und vieles mehr, worüber es in Zukunft auch hier zu berichten geben wird.


:: Fr., 6. Jänner 2012 - Crime Faction

Aus der Serie "die Realität übertrifft erfundene Kriminalfälle": Ein Jugendlicher, ursprünglich aus dem Kongo stammend, wird von Verwandten wegen Hexerei zu Tode gefoltert -  » Die Presse

:: Mi., 4. Jänner 2012 - Crime Faction


Manchmal übertrifft die Realität sämtliche erfundenen Kriminalfälle und man greift sich als Autorin etwas an den Kopf.

So etwa bei diesem Selbstmord: » Kurier


:: Di. 3. Jänner 2012 - Ideenfindung


Woher kommen eigentlich die Ideen? Wir AutorInnen sind natürlich fleißig und legen Handlungspläne an, wir setzen uns mit der Materie auseinander und schaffen Figuren mitsamt ihren Werdegängen.

Und doch: Walken gehen und plötzlich die Idee haben, wie eine bestimmte Sache gelöst werden kann - woher kommt sowas? Das macht mich immer noch staunen ...


:: Mo., 2. Jänner 2012


Autorinnenfreude: Die Exemplare der 4. Auflage von » "Schwarztee" kamen zeitgleich mit der Verlagsvorschau auf » "Narrentanz".




Dazwischen lag "Ausgetanzt", somit ermittelt Teelady Berenike nun bereits zum 3. Mal  in einem Mordfall ...  Dieses Mal im winterlichen Salzkammergut, unter anderem in Bad Mitterndorf, an dessen Schanze das Skifliegen stattfindet. Das Buch ist bereits vorbestellbar und demnächst werden auch die Verlagsvertreter in den Buchhandlungen damit vorsprechen.  Bald gibt es auch nähere Informationen zur Buch-Premiere.


         



Ich freue mich sehr & danke allen Lesern und Leserinnen, die "Schwarztee" soweit nach vorne gebracht haben. Weiter so!

:: So., 1. Jänner 2012


Jetzt ist es also da, das viel geschmähte Jahr 2012 - in dem nach Mayakalender die Welt untergehen könnte (fragt sich dann, worin eigentlich UNTERgehen?), oder "nur" der Euro crasht, auf jeden Fall aber ein Sparpaket droht, das zu dem bereits kostspieligen Leben in Wien noch einiges an Forderungen bereit hält.
"Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt"?!! Ja bitte, wer denn? Ich nicht und viele andere, die ich kenne, genauso wenig.
Dass das ganze Spiel eine Milchmädchenrechnung darstellt, die das nächste österreichische Budget nicht überleben wird, interessiert naturgemäß die wenigsten - so werden eben noch mehr Menschen ihre Miete nicht mehr bezahlen können und sich um Beihilfe anstellen müssen, in Sozialmärkten einkaufen oder das billigste Brot im Supermarkt zusammen kaufen müssen ...
Visionäre Ideen sind gefragt. Wäre es nicht ehrlicher, sich den Bankrott einzugestehen?

Einstweilen: Frohes Neues Jahr allen Leserinnen und Lesern - bleiben Sie dran! 2012 wird mit Sicherheit spannend.



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