Und gleich eine zweite Stilblüte, die sich lustigerweise selbst
über Stilblüten mokiert und die Leser damit entschädigt
...
Nur hier wirkt der Roman heute manchmal etwas holprig,
was jedoch durch
Stilblüten wie
»Auf einer angeknabberten Gummimatte stand ein fleckiger,
gern verfehlter Spucknapf«
immer wieder entschädigt wird.
Gestern habe ich beim "Erlkönig" aus der » "Spionin von Wien"
gelesen. Dabei kam auch die Frage nach den Orten der 1848er-Revolution
auf. Hier ein paar Bilder, Fundstücke meiner Recherche für
den Roman.
Anlassbezogen aufgrund des heutigen Abends (WKR-Ball) noch eine Ergänzung:
Ein Lied über Burschenschafter ... die auch 1848 mitspielten. » Christoph & Lolo (Youtube)
Man hört gern, in Österreich habe es nie Revolution gegeben.
Falsch!
1848 war die Stadt Wien ein halbes Jahr lang in den Händen ihrer
Bürgerinnen und Bürger. Was hätte geschehen können,
wäre dieser erste Demokratie-Versuch nicht zunichte gemacht worden
...
Gedenktafel bei der Hofburg.
Im März nahm die Wiener Revolution 1848 ihren Ausgang
(Märzrevolution).
Barrikade am Michaelerplatz
(Titel-Abbildung meines Buches)
Barrikade Postgasse
Barrikade in der Naglergasse.
Hier schön zu sehen, wie auch Frauen daran mitarbeiteten.
Praterschlacht (August 1848)
Frauen in der Praterschlacht: Der Kampf hatte seinen Ausgang von
einer Demonstration von Erdarbeiterinnen genommen.
Oktoberrevolution - die letzten Kämpfe fanden in der Jägerzeile statt.
Die letzten Kämpfe in der Jägerzeile (heutige Praterstraße).
Die Rotenstern-Barrikade fiel als eine der letzten im Kampf
gegen die Truppen der Konterrevolution unter Windischgrätz.
:: Mo., 23. Jänner 2012 - Ordnung im Chaos ...
... oder wie der Autor den Überblick bewahrt. Neuautoren haben,
das bemerke ich in meinen Schreibkursen, die Tendenz, tausenderlei
Ideen zu verfolgen. Viele Ideen sind ja per se nichts Schlechtes,
werden meine werten LeserInnen jetzt einwerfen. Viel besser sogar als
bar jeder Idee vor dem weißen Blatt Papier zu hocken und einen
mittleren Schreikrampf zu bekommen.
Stimmt - bedingt.
Denn wenn es zu viele Ideen werden, haben diese die
Tendenz, durcheinander zu geraten. Man verzettelt sich, stellt
nichts davon wirklich fertig, weil man immer ein paar Seiten hier, ein
paar Szenen da verfasst.
Gerade am Anfang einer Schreib-Karriere schnappt man gern überall
was auf. Autor X hat so toll über Social Media geschrieben -
sollte ich das nicht auch machen? Aber wie bekomme ich Social Media mit
Hexen zusammen?
Und schon ist das schönste Kunterbunt beisammen, das nie und
nimmer zusammengehen wird. Einziges Ergebnis: Bunte Fülle im Kopf
- und vor dem Blatt Papier sitzt man immer noch.
Die Lösung meiner Erfahrung nach: Sortieren. Ordnung halten im kreativen Chaos.
Dabei gibt es zwar für jeden eine andere Methode, Fakt ist aber: Ein Projekt ist ein Projekt, und nicht ein Sammelsurium!
Meine Methode in Kurzform: alle laufenden Ideen-Blitze kommen ins
Notizbuch. Ich merke mir immer, wann in etwa ich eine Idee hatte + kann
so jederzeit nachblättern und das Gesuchte wieder finden.
Sobald es Konzepte, Szenenpläne, Recherche-Ergebnisse und erste
Texte gibt, kommt all dies in eine Flügelmappe. (Eine Mappe ohne
Ringe, lässt sich leichter zusammenpacken und im Regal
übersichtlich stapeln. Später kann man immer noch alles in
größere Ordner stecken.) Dasselbe gilt für die Dateien
im PC: Ein Ordner pro Buchprojekt, der dessen Namen trägt. Darin
alles Wesentliche. Auch die Dateien nach Projektnamen benannt. Nix
Schlimmeres als 251 Dateien mit dem Namen "Roman-Neufassung" zu finden!
Und beim Schreiben selbst gilt: Ich arbeite immer nur an einem Projekt zugleich.
Mehr Handwerkszeug und praktische Tipps rund ums Schreiben in meinen » Kursen.
Und wie machen Sie das?
:: So., 22. Jänner 2012 - Wo lernen Deitsch?
Kollegin » Petra Hartmann verweist auf eine Formulierung mit Sprengkraft:
Auto von kritischem Journalisten in die Luft gesprengt." (newsroom.de)
:: Sa., 21. Jänner 2012 - Aus einer Idee wird Mord
Neulich wurde ich wieder gefragt: "Wie kommen Sie eigentlich auf Ihre Krimi-Ideen?"
Im Fall von » Schwarztee, meinem 1. Teekrimi, ist das leicht zu beantworten:
Es war in einem dieser (halb oder ganz) verregneten Salzkammergut-Sommer, in dem ich im Ausseerland Seen
und Berge im Nebel verschwinden sah und mir dachte: In diese
Stimmung passt ein Krimi her. Es ist genauso grau, kalt
und düster wie in den skandinavischen, irischen oder
schottischen Mordsgeschichten, es fühlt sich genauso von allem
verlassen an hier.
Der Nebel, die Bergspitzen, die sich tage- und nächtelang
hinter Wolken verbergen, als gäbe es sie nicht. Der dunkle
See, von dem man nur wenig sieht.
Grau in Grau. Keine Menschen, und wenn mal einer vorbei hastet,
trägt er graues Loden von oben bis unten, weil das vor Nässe
und Kälte schützt. Die Gradieranlage mit ihrem
Tannenduft als einer der wenigen halbwegs trockenen Orte. Genau
dort sitzt dann eine Leiche in "Schwarztee" ...
Zu dem Zeitpunkt gab es noch gar keinen Kriminalroman, der in Altaussee
oder Bad Aussee spielte. (Komareks Romane sind ja keine Krimis.)
Im 2. Krimi » Ausgetanzt
wird eine Leiche in Hallstatt gefunden, die düsteren
Wälder des Salzbergs und das damit kontrastierende, helle Hochtal,
das schon von KeltInnen besiedelt war, inspirierten mich dazu,
eine Mordgeschichte dort anzusiedeln. Die Ermittlungen führen vom
Salzkammergut über Wien bis nach Bulgarien.
Der 3. Band der Serie heißt "Narrentanz", er spielt im winterlichen Salzkammergut mit Faschingstreiben.
Das Buch erscheint am 13. Februar 2012. Vorbestellen können Sie
ihn bereits, in jeder Buchhandlung oder zB. hier: » Narrentanz bei Amazon
:: Fr., 20. Jänner 2012 - Wo lernen Deitsch?
"Deitsches Sproch, Schweres Sproch", blödelte man früher.
Heute gilt das ganz real für Medien. Ist schon klar,
die Aufregung, die Nachrichten überschlagen sich ... aber so sehr?
"Heftig wird weiterhin spekuliert,
dass Niko Pelinka nicht Büroleiter von Alexander Wrabetz wird."
Ob hier vielleicht statt dass besser ein ob angebracht wäre, darüber ließe sich auch noch spekulieren.
***
"Rache für Megaupload":
Dieses Wortungetüm wird sich für die » Presse auch noch bitter rächen.
:: Mi., 18. Jänner 2012 - Crime Faction
Aus der Serie "die Realität
übertrifft erfundene
Kriminalfälle": Ein Frühpensionist wurde von seiner Frau
– die er angeblich um 3.000 Euro gekauft hat
– getötet.: » Österreich
:: Fr., 13. Jänner 2012 - Freitag der 13.?
Freitag der 13.? Was gibts da zu fürchten?
Der Freitag ist nach der germanischen Göttin Freya benannt.
Ihre nahe spirituelle Verwandtschaft zur römischen Göttin Venus
ist daran ersichtlich, dass dieser Wochentag französisch
„vendredi“ und italiensch „venerdì“
– also „Venustag“ heißt.
Ein Tag der Liebesgöttinnen also, die immer die auch die Schutzgöttinnen der „freien Frauen“ waren. Jener Frauen, die sich ausgesucht haben, … wen sie auf welche Art und Weise lieben wollen.
Jetzt machen alle literarische Bezirksblogs - wie Emily Walton mit dem
Alsergrund. Na dann mische ich mich mit der literarischen Leopoldstadt
dazu.
Los gehts heute beim Augarten, Eingang Klanggasse/Castellezgasse.
Dieser Platz wurde bei seiner Neugestaltung vor ein paar Jahren nach Lili Grün benannt.
Bei der Aufstellung der Tafel gab es zunächst Zoff, weil
ausschließlich "NS-Opfer" als Erklärung darauf
geschrieben
stand. Schließlich wurde auf Intervention die heutige Tafel
montiert.
Lili Grün (Foto: Aviva Verlag) war Jüdin und
Schriftstellerin und wurde, wie so viele österreichische
jüdische Menschen im weißrussischen Maly Trostinec ermordet.
Der Ort wurde ebenso vergessen bzw. aus dem Gedächtnis verbannt
wie die begnadete Autorin.
Ihr Roman » Zum Theater!
macht auf eine sehr poetische und gleichzeitig sehr
alltäglich miterlebbare Weise bekannt mit den Sehnsüchten
einer jungen Frau, zum Theater zu gehen. Und als sie dann
tatsächlich erstmals "ins Engagement fährt", ist die
Aufregung groß - zumal die Truppe in der mährischen
Kleinstadt ihre Eigenheiten hat, Liebschaften eine Rolle spielen,
dazwischen weiterhin die Sehnsüchte, aber auch die Realität,
die Armut und immer noch die Aufregung, die Begeisterung für das
Spielen ...
Was Lili Grün wohl zur sich in den letzten Jahren so
sehr verändernden Leopoldstadt sagen würde mit all ihren
Bobos samt den coolen Lokalen? Wahrscheinlich einen supercoolen Roman
darüber schreiben ...?
***
Im 2. Bezirk wuchs Schnitzler
auf, Jura Soyfer
lebte hier, ebenso Christian Loidl.
Am einstigen Carl Theater in der Jägerzeile
(Praterstraße) wurden Nestroys Stücke (meist
ur-)aufgeführt, der Dramatiker war auch selbst Schauspieler
+
Theaterdirektor.
An Orten der literarischen Bewegtheit gibt es noch das Literaturbuffet, wo
ich schon
häufig aus meinen Büchern gelesen habe, und
die - bis dato leider
etwas ärmliche - Buchmesse
in der neuen Messe Wien, und vieles
mehr, worüber es in Zukunft auch hier zu berichten
geben wird.
:: Fr., 6. Jänner 2012 - Crime Faction
Aus der Serie "die Realität
übertrifft erfundene
Kriminalfälle":
Ein Jugendlicher, ursprünglich aus dem Kongo stammend, wird von Verwandten wegen Hexerei zu Tode gefoltert
- » Die Presse
::
Mi., 4. Jänner 2012 - Crime Faction
Manchmal übertrifft die Realität sämtliche
erfundenen
Kriminalfälle und man greift sich als Autorin etwas an den
Kopf.
Woher kommen eigentlich die Ideen? Wir AutorInnen sind
natürlich
fleißig und legen Handlungspläne an, wir setzen uns
mit der
Materie auseinander und schaffen Figuren mitsamt ihren
Werdegängen.
Und doch: Walken gehen und plötzlich die Idee haben, wie eine
bestimmte Sache gelöst werden kann - woher kommt sowas? Das
macht
mich immer noch staunen ...
::
Mo., 2. Jänner 2012
Autorinnenfreude:
Die Exemplare der 4. Auflage von » "Schwarztee" kamen
zeitgleich mit der Verlagsvorschau auf » "Narrentanz".
Dazwischen
lag "Ausgetanzt",
somit ermittelt Teelady Berenike nun bereits zum 3. Mal in
einem
Mordfall ... Dieses Mal im winterlichen Salzkammergut, unter
anderem in Bad Mitterndorf, an dessen Schanze das Skifliegen
stattfindet. Das Buch ist bereits vorbestellbar und demnächst
werden auch die Verlagsvertreter in den Buchhandlungen damit
vorsprechen. Bald gibt es auch nähere Informationen
zur
Buch-Premiere.
Ich freue mich sehr & danke allen Lesern und Leserinnen, die
"Schwarztee" soweit nach vorne gebracht haben. Weiter so!
::
So., 1. Jänner 2012
Jetzt ist es also da, das viel geschmähte Jahr 2012 - in dem
nach
Mayakalender die Welt untergehen könnte (fragt sich
dann,
worin eigentlich UNTERgehen?), oder "nur" der Euro crasht, auf jeden
Fall aber ein Sparpaket droht, das zu dem bereits kostspieligen Leben
in Wien noch einiges an Forderungen bereit hält.
"Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt"?!! Ja
bitte, wer
denn? Ich nicht und viele andere, die ich kenne, genauso wenig.
Dass das ganze Spiel eine Milchmädchenrechnung darstellt, die
das
nächste österreichische Budget nicht
überleben wird,
interessiert naturgemäß die wenigsten - so werden
eben noch
mehr Menschen ihre Miete nicht mehr bezahlen können und sich
um
Beihilfe anstellen müssen, in Sozialmärkten einkaufen
oder
das billigste Brot im Supermarkt zusammen kaufen müssen ...
Visionäre Ideen sind gefragt. Wäre es nicht
ehrlicher, sich den Bankrott einzugestehen?
Einstweilen: Frohes Neues Jahr allen Leserinnen und Lesern - bleiben
Sie dran! 2012 wird mit Sicherheit spannend.