Gibts nur Entweder-oder?

(Kommentare: 0)

Gerade geht offenbar wieder so eine Welle durch den Ozean der sozialen Medien ... 'ich lösch alle Accounts auf Fakebuch' und 'wieder so leben wie früher' und dergleichen mehr.

Den Punkt, den ich dabei nicht verstehe: Gibt es nur entweder-oder?

Feiertage ohne Computer

Gerade wieder habe ich für mich die Freuden des echten Lebens entdeckt. Drei Stunden mit einer Freundin verplaudern, ohne ein einziges Handytelefonat, weit entfernt vom Internet.Silvester mit echten Menschen, im Theater, mit echten Sektgläsern, ohne sie zu fotografieren oder darüber zu zwitschern.

Und?

Diese Welt ist schön, diese Menschen sind toll. Ich habe genug Gründe dafür, mich am Leben zu erfreuen, das sie mit mir teilen.

Aber wo ist der Widerspruch?

Aber? Wo ist der Widerspruch? Heißt ein schönes Leben mit Wein, Kino oder Stricktreffen denn, dass ich nicht ein weiteres Leben online haben kann? Darf ich nur meine Freunde treffen, wenn ich meine Fakebuch-Leben töte? Ich habe viele interessante Konversationen übers Schreiben mit KollegInnen geführt, viele Buchtipps erfahren, die mir im Buchhandlungseinheitsbrei entgangen wären. Ich habe Austausch mit Lesern, der anderswo bestenfalls bei Lesungen stattfindet - also selten bis gelegentlich.

Und nach dem Arbeitstag wird eben abgeschaltet, und zwar konsequent. PC und Firmentelefon.

Und? Ich lebe noch immer!

Wozu also dieses Entweder-Oder, dieses Schwarz-oder-Weiß? Dieses Lebensanschauuungspredigen?

Und melden die Offliner auch ihr Telefon ab?

 

Wie halten Sie das?

Wann sind Sie bewusst offline?

Was nützen Sie online?

Wie gut geht beides?

Zurück

Einen Kommentar schreiben