25 Jahre Mauerfall

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Vor 25 Jahren war ich eine kleine Tschechisch-Studentin im 3. Semester, die baff die Ereignisse in den kommunistischen Nachbarländern beobachtete. Noch 1988, bei meinem Prag-Besuch, lag zwar etwas in der Luft, aber niemand hätte, glaube ich, zu dem Zeitpunkt mit dem Wirbelwind im Jahr darauf gerechnet.

Schon im Sommer 89 kamen hier die Leute über die Grenze aus Ungarn durch. Als ich am Westbahnhof wegfuhr, herrschte freundliche Stimmung, alle haben miteinander geredet, meine Eltern wurden gefragt, ob sie Postkarten wildfremder Deutscher in einen Postkarten werfen würden ... haben sie natürlich gemacht.

Im Zug in einem Abteil mit einer jungen Frau, die nach England wollte, und ein paar Ostdeutschen - alle im selben Alter, alle irgendwie euphorisch. Alle Sitze im 6er-Abteil ausgezogen, so haben 6 Personen die nächtliche Zugfahrt gut überstanden. War bequem und lustig, viel geraucht (ja, damals durfte man das im Zug!), viel geredet. Schade, dass wir damals keine Kontaktdaten ausgetauscht haben ...

Wir, die Generation Europa

Später hat uns jemand dann "Generation Europa" genannt. Das finde ich sehr treffend. Wir erinnern uns, wie es vorher war - jedes Mal, wenn wir an der ungarisch-österreichischen oder tschechisch-österreichischen Grenze einfach drüber fahren. Wo früher ein paar Stunden Wartezeit in Schnee oder Hitze obligatorisch war, weiß man heute nicht einmal mehr, wo genau die Grenze verlief. Freie Fahrt für freie Bürger, hieß mal ein EU-Slogan.

Ich erinnere mich gut an die Stimmung und den Optimismus damals im Herbst 89. Für einen Moment sah es im Herbst 89 so aus, als könnte die Welt, als könnte zumindest Europa eine bessere Welt werden.

Was danach an Ausgrenzung kam, wissen wir leider auch ... aber lasst uns jetzt einmal feiern, DASS DAS DAMALS PASSIERT IST.

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