Mein erstes exotisches Essen

(Kommentare: 1)

Eine Blogparade beim deutschen Metro fragt nach dem ersten exotischen Essen. So etwas sagt immer auch etwas über die Zeit aus, in der man lebt bzw. gelebt hat. Und deshalb passt das Thema auch zum biografischen Schreiben.

Als Kind der Siebzigerjahre erinnere ich mich an die erste Pizzeria, die wir besucht haben - das muss etwa Anfang bis Mitte Achtzigerjahre gewesen sein. Rundherum sperrten die tradtionellen Gasthäuser zu. Meine Oma wollte uns ab und zu zum Essen einladen, also ging es irgendwann zum Italiener. Die Pizzen dort waren sehr lecker, aber überladen mit Belag, man wollte offenbar den Gästen wirklich was bieten. Das Lokal war auch entsprechend immer voll, ohne Tischreservierung war man brot-, nein, pizzalos. Ich bestellte gern eine Cippolla mit Mais, damals war ich zwar noch nicht Vegetarierin, aber das schien mir leichter verdaulich. Mein Bruder aß fast immer eine flambierte Spezialpizza - jedes Mal die gleiche Aufregung und Staunen. Oh! Wo hätte es das zu der Zeit sonst gegeben?

Später das erste wirklich exotische Essen - vietnamesisch in Prag, 1991 ungefähr, zu einer Zeit, als in Wien noch jeder Asisate ein Chines' war, ob er's nun war oder nicht. Der Vietnamese befand sich in Prag in einem Kulturzentrum, ich habe ihn nie wieder gefunden - leider, denn dieses erste Gericht hat mich zu einem Fan gemacht!

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Kommentar von Carmen Hillebrand |

Liebe Frau Bürkl, liebe Anni. Sehr schöner Artikel zum Thema der Blogparade. Vielen Dank! Ja, das erste Mal vietnamesisches Essen hatte ich erst sehr spät im Leben. Großartig! Ich liebe die nicht-frittierten Frühlingsrollen. Durch die meist verwendete Minze sind die sehr frisch!

Antwort von Anni Bürkl

Sind das die, die auch Sommerrollen heißen? Ja, die sind wirklich sehr geschmackvoll.