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:: "Aufgeblattelt" - Schreibimpuls vom 7. Oktober 2011
Mit allen Sinnen schreiben - das sagt sich so leicht, nicht wahr?
Sehr oft ist in unseren Texten von sinnlichen Wahrnehmungen des Auges
die Rede: Die schwarzen Locken, das in der Sonne glitzernde Wasser
eines Sees, und dergleichen mehr.
Aber denken wir doch auch mal, was es noch gibt:
Das Geräusch der Wellen,
die gegens Ufer schlagen, vielleicht an die Kaimauer. Die Sonne, wie
sie im Gesicht brennt, erste Rötungen womöglich verursachend,
sodass wir den Schatten aufsuchen - wo es justament, weil Herbst ist,
etwas zu kühl ist. Der Pulli auf der Haut, den man also unter dem
Baum anzieht. Dazu Geschnatter von Enten, ein paar streitende
Vögel die laut schreien, irgendwo Jazzmusik, vielleicht aus einem
Garten oder findet doch irgendwo ein Fest statt?
Wenn Sie sich mit solchen Beschreibungen noch schwer tun, hören
Sie einmal erzählten Schilderungen im Gespräch zu. Vor allem
Kinder können das sehr anschaulich und direkt erzählen:
Neulich waren wir schwimmen,
am See, die Mama wollte unbedingt, obwohl schon Herbst ist. Wir haben
uns auf so einem Bootssteg gesonnt, und als ich ins Wasser gehen
wollte, waren da so Stufen, und die waren rutschig, aber sie
haben gar nicht so ausgeschaut, und ich hab nicht aufgepasst und
in den Himmel geschaut, weil der war so schön blau, und dann hat
eine Ente laut geschnattert, und ich wollte zu ihr, aber die
Stufe war rutschig und ich bin runtergefallen, so schnell wollt
ich gar nicht ins Wasser, weil das war saukalt!
Eine solche Erzählung zieht den Leser oder Zuhörer in die
Geschichte. Wir können uns plötzlich vorstellen, wie die
Szenerie wirkt, als wären wir selbst dort. So funktioniert
Schreiben und Geschichten erzählen - so funktioniert Imagination,
die während des Lesens entsteht ... Orte, die wir nicht
kennen, Menschen, denen wir nie begegnet sind, werden plötzlich
lebendig.
Nutzen auch Sie diese Möglichkeiten, die Sie sich von
mündlichen Erzähltraditionen abschauen können! Und
achten Sie immer wieder im Alltag mal ganz bewusst auf Ihre anderen
Wahrnehmungen. Was hören Sie zum Beispiel am Morgen in der U-Bahn?
Wie riecht es? Wer redet da? Und wann wird wieviel geredet?
Schreiben Sie anschließend einen Text dazu von bis zu 2 Normseiten (oder 3600 Zeichen mit Leerzeichen).
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