Ich und Corona (oder so)

(Kommentare: 3)

Corona, Corona, Corona - liest man irgendwo noch was Anderes?

Nicht viel jedenfalls.

Aber hier schon! Versprochen!

Wie geht es mir Autorin mit dem Daheimbleiben/#staytheFathome?

Man sollte meinen, keine große Umstellung. Ich arbeite freiberuflich, und das schon ewig, ich sollte das Arbeiten daheim gewöhnt sein.

Schmecks!

Die Information ist überall

Viel zu sehr will ich mich wie die meisten Menschen informieren über den aktuellen Stand zu Covid 19. Dass es ein Virus ist, gegen das ich tun kann, was ich gegen jedes Virus tun kann, war mir schon länger klar: Hände waschen, Abstand halten bzw. zu Erkrankten kein Kontakt, das Immunsystem steigern mit Vitamin C, Ingwer oder Kren als Virenkiller und dergleichen mehr.

Bis zum großen Ausbruch in Italien ging es in Österreich relativ gelassen zu. Wir haben auch immer Vorräte zuhause, von allem, was täglich benötigt wird. Ich hatte einen Riecher und hab mir von den Büchereien genügend Lesestoff entlehnt - schon eine Weile vor den Gerüchten um die Schließung. Ich hab auch Freundinnen noch getroffen, immer Abstand gehalten und dergleichen.

Erst seit etwa eineinhalb Wochen ändert sich auch hierzulande einiges - von "schauen wir sicherheitshalber, ob das Theater noch stattfindet" zu "alles ist zu bis auf Lebensmittelhandel + Co." binnen weniger als 14 Tagen.

Business as usual, was ist das überhaupt?

Die erste Zeit war es mit konzentriertem Arbeiten an Lektoratsaufträgen, Schreibkurs-Feedbacks oder Schreiben am Roman "öha", wie wir hier sagen - kaum möglich. Zu sehr war die Aufmerksamkeit bei den neuesten Nachrichten, was sich wohl ändert, was wohl abgesagt wird (die Leipziger Buchmesse zB.).

Als dann jemand am Telefon meinte, vor lauter Nachrichten schauen den ganzen Tag werde man total "düdü" (verrückt), war klar: So gehts auch nicht weiter.

Seither bemühe ich mich, die Nachrichten so 2x pro Tag zu konsumieren, Fernseher gibts eh keinen (aus Gründen!), Radionachrichten ab und zu, eher dann, wenn es gerade passt, orf.at konsumieren. Ja, der öffentliche Rundfunk feiert hier "fröhliche Urständ" und bietet wohl gute, übersichtliche Information. Das hat zu genügen. Was ich am Abend nicht erfahre, wird mich nicht schlafend töten. So schauts aus!

Im Rest der Zeit gehe ich Aufträgen nach, erstelle Ebooks, lektoriere für Kunden, finalisiere "Brennnesselgrab" und schreibe an einem neuen Roman, einem feministischen Liebesroman. Bleibt dran!

Für die Seele in Zeiten der Panik

Was noch hilft/helfen kann:

- Tagebuch schreiben

Wenn es mit dem Romanmanuskript oder anderem grad nicht klappen will, dann im Bulletjournal zB. drauf los schreiben. Gefühle, Gedanken, Informationen (was hat sich an dem Tag getan?). Es tut gut, sich alles von der Seele zu schreiben. Und später einmal kann es interessant sein, was so los war und wie man drauf war, wie man diese Zeit gut überstanden hat. Unsere Erinnerung kann so trügerisch sein, und wenn du später einmal ein Problem, eine miese Zeit erlebst, kannst du nachlesen, wie du Corona überstanden hast. Mental, meine ich, no na!

- Raus aus dem Internet

Raus aus dem Netz. Weg mit Nachrichten.

Bleib bei deinem Abendritual. #BuchundBett zum Beispiel.

- Reden, reden, reden!

Wir sind eine Gesellschaft von Nachrichtenschreibern geworden, ob per Mail, auf Apps oder wo auch immer. Ja, ich nütze Twitter, sogar gern. Aber ein Gespräch ist etwas Anderes. Die Stimme meiner Freundin zu hören, ist anders, als ihre Zeilen zu lesen. In Zeiten, wo wir uns nicht treffen sollen (dürfen!), ist die Stimme zumindest eine persönliche Sache am Kontakt. Eine Nachricht besteht immer aus den selben Schriftzeichen - am Telefon hört sich die Stimme mal lauter, mal leiser, freundlich oder betrübt, usw. an. Also, Telefonnummer wählen! "Hallo, wie gehts dir?" Braucht auch nicht lang sein, kann es aber. Scheiß auf die Kosten, das Geld kommt eh wieder rein durch die fehlenden Restaurantbesuche + abgesagten Reisen!

- Schreibtipp

Freewriting/Automatisches Schreiben. Timer auf 15 Minuten stellen, losschreiben. MIT DER HAND!!! Alles notieren, Zensieren verboten. Wenn es stockt: Neue Zeile, weiter schreiben.

- Bücherhamstern

Einige Buchhandlungen liefern - fragt einfach per Mail oder schaut auf die Webseite, ob ihr bestellen könnt.

Meine Bücher gibt es hier und andere #Bücherhamstern, um kleine Verlage und Autor_innen wie mich in einer herausfordernden Zeit finanziell zu unterstützen. Tolle Empfehlungen und Buchtipps: hier, bei Seitenglück und lest auch hier  mal rein.

 

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Kommentar von Rena |

Hey,
ich kann dir absolut nur zustimmen. Kaum war ich eine Woche nicht Arbeiten habe ich mich dabei erwischt, wie ich permanent nach Nachrichten und Neuigkeiten gesucht habe. (Gut, zu der Zeit änderte sich auch alle paar Stunden noch irgendetwas.) Schnell habe ich gemerkt das es so nicht weiter geht und ab da habe ich es drastisch reduziert. Ich bin sogar soweit gegangen die Kindersicherung an meinen eigenen Geräten zu aktivieren um mich daran zu erinnern, nicht unbewusst eine Runde "Nachrichten" zu konsumieren.

Außerdem habe ich in meinem Kalender ein abgespecktes Tagebuch geführt. So sieht man auch ganz gut, das doch nicht jeder Tag wie der andere ist.

Liebe Grüße
Rena

Kommentar von Kerstin Cornils |

Liebe Anni,
dein Post ist hier jetzt gute zwei Monate alt und COVID-19 ist irgendwie immer noch allgegenwärtig.
Am Anfang habe ich mich noch dazu verleiten lassen abends nach der Arbeit die Nachrichten hier in Deutschland im Fernsehen zu verfolgen. Hin und wieder haben wir uns dann auch noch den Brennpunkt nach der Tagesschau gegönnt. Doch schnell war ich das Thema leid.
Auf der Arbeit (Apotheke) konnte ich dem Thema nicht entfliehen, also wenigstens zu Hause wollte und konnte ich irgendwann COVID-19 nicht mehr hören.

Inzwischen haben wir hier in Deutschland wieder ein wenig Kontakt außerhalb der Kollegen und man hat sich an die Masken und die Distanz gewöhnt. Ich bin gespannt, wie lange uns das noch erhalten bleiben wird. Ich befürchte schlimmes, doch davon lasse ich mich nicht unterkriegen.

Ich mache das beste aus der Situation und wer weiß für was es einmal gut sein sollte. Ich gehe seit Ende März jeden zweiten Tag joggen, weil ich einfach weniger arbeite und mehr freie Zeit für mich habe. Ich lese ganz viel und mein SUB wird immer kleiner. Wobei ich auch dem Buchhamstern nicht ganz abgeneigt war. Aber mehr Zeit zu Hause, heißt halt auch ich kann mehr lesen. Also irgendwie eine WinWin Situation für mich als Leseratte und für die Bücher, die unbedingt gekauft werden wollen.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und mach das beste aus der aktuellen Situation.
LG Kerstin

Kommentar von Melanie |

Hej,
Corona hier, Corona da, Corona überall. Ich hatte am Anfang arge Probleme mit der Situation. Nicht damit, zu Hause zu bleiben, aber schon damit meine Familie nicht mehr so oft zu sehen. Ich bin ein introvertierter Mensch, komme gut damit zurecht mal niemanden um mich zu haben. Aber so gar keinen Kontakt und dieses Virus zu dem man anfangs ja noch gar nichts wusste (und auch jetzt noch längst nicht alles weiß) schürte meine Depression und lockte meine Angst vor dem Tod hinterm Ofen hervor.
Ich habe meinen Nachrichtenkonsum auf einmal am Tag reduziert, ansonsten versuche ich alles zu meiden.

Aufgrund der momentanen Situation habe ich auf der Arbeit sehr viel zu tun und wenn ich nach Hause komme zocke ich oder schaue Serien. Aufs Lesen kann ich mich leider gar nicht konzentrieren.

Tagebuch führe ich schon lange und es tut gut, die Gedanken aus dem Kopf aufs Papier zu bringen.

Alles Liebe,
Melanie