Stress im Autorinnenleben

(Kommentare: 1)

Von dem Übel Internet

Stress kennen wir alle - Stress ist Zeichen, wie wichtig wir sind. Auch im Leben als Autorin. Wer keinen Stress hat, ist nicht gefragt. Wer nicht ständig 'keine Zeit' abwimmelt, ist unbeliebt.

Oder?

Stress ist überall! Den kann man nicht vermeiden.

Unsere heutige Gesellschaft ist voller Stress: Deadlines wollen erreicht werden, Manuskripte fertiggestellt, dazwischen diese Mails und jene diversen Anrufe.

Ständig stöhnen wir als Autorinnen und Autoren vor uns hin.

Doch habt ihr mal genau hingeschaut, woher der Stress tatsächlich kommt?

Meiner Erfahrung nach ist einer der größten Stressoren Internet inklusive E-Mails. Ständig erreichbar sein ist das Eine, sinnlos Zeit vertrödeln das Andere.

Und dann? Was hat das alles wirklich gebracht?

Eben.

Und was ist die Konsequenz für weniger Stress?

Ich *kann* das Internet ausgeschaltet lassen am PC. Smartphone habe und will ich nicht. Wenn ich am Manuskript sitze, brauche ich kein Internet. Alles, was recherchiert sein sollte, damit ich die STory schreiben kann, ist - hoffentlich - vorher erforscht worden. Für den Rest offener Fragen, der während des Schreibens auftaucht, lasse ich Platzhalter (?? ist das bei mir). Die Fragen sind kleine Fragen, die ich auch später beantworten kann. Dazu am besten im Text markieren + extra eine Liste offener Fragen führen. "Ich brauche das Internet" ist meines Erachtens eine Ausrede, um sich ablenken zu lassen oder sonst was. Das Internet ist bzw. kann eine Sucht sein, so wie das Handy (und manch Anderes), es spricht das Belohnungszentrum im Gehirn an, ohne dass wir uns oftmals nachher davon befriedigt fühlen - stimmts oder hab ich recht? Habt ihr euch auch schon mal nach der Internetnutzung gefragt: Und was hat das jetzt gebracht? Auch schon leer danach gefühlt? Da verschaffen andere Tätigkeiten deutlich mehr Freude und Befriedigung, wie meine selbstgemachte Buchhülle neulich. Danach war ich richtig zufrieden und guter Laune.

Ich habe mein letztes Manuskript (ein Fall für Wolf Nowak) mit der Hand geschrieben. Es war ein Test - und er ist erfolgreich geworden: Ich habe unglaublich viel mehr geschrieben, mehr Ideen gehabt, wirklich seeeeeeehr viel konzentrierter geschrieben. Optisch kann ich diese Seiten im Folder auch besser nutzen als ein Dokument am Bildschirm, ich kann leichter hin und her blättern, rote Fragen anstreichen, Einfügungen machen, ich kenne mich immer aus, weil ich es übersichtlich vor mir habe.

Die Handschrift? Ist leserlich genug für mich selbst. Sie wird lesbarer, je mehr man mit der Hand schreibt, weil man lockerer wird dabei mit der Zeit. Wenn ihr es probieren wollt: Gebt euch Zeit, habt Geduld mit euch selbst, bleibt 2 oder 3 Wochen wirklich dran. Danach sieht alles anders aus, weil etwas zur Gewohnheit geworden ist.

Wie geht es euch so mit dem Stress?

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Kommentar von Ellen Heidböhmer |

Ich schreibe auch immer mehr mit der Hand und staune über die Gedanken, die dabei kommen - ganz andere als die, die man beim Tippen hat. Wenn ich ein Manuskript am PC schreibe, habe ich darauf weder Twitter noch Facebook noch sonst irgendwas. Und ich genieße diese ablenkungsfreie Zeit sehr. Nur, wenn ich nicht weiterkomme, verlangt es mich nach Ablenkung ;-)

Antwort von Anni Bürkl

Tatsächlich, liebe Ellen - man sollte eigentlich das Internet komplett vom Schreibgerät trennen, auch von einem PC oder Laptop!

Es funktioniert für mich aber auch, mir ein Ziel zu setzen (zB. Kapitel 2 + 3 überarbeiten) und erst danach online zu gehen.

Fokus viel besser, Kopf weit munterer + am Abend weniger Müdigkeit.